Liberale Schwule und Lesben Bayern wählen neuen Landesvorstand

München. In ihrer ersten ordentlichen Landesmitgliederversammlung nach der Gründung im Jahr 2011 wählten die Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) Bayern am Sonntag, den 26. Februar 2012, einen neuen Landesvorstand und beschlossen zudem Forderungen an die FDP und die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag. Dabei wurde die bisherige Landesvorsitzende Charlena WIRTH in ihrem Amt einstimmig bestätigt.

LiSL-Bayern-Vorstand2012

Nach der Bestätigung von WIRTH wurden Alexander BAGUS (Programmatik) und Georg TZANIS (Presse) als Stellvertreter der Landesvorsitzenden ebenfalls einstimmig gewählt.

Die drei Beisitzer Ulf Dingerdissen, Dr. Michael Mattar und Francisca Novak komplettieren den neuen Landesvorstand. Weitere Informationen zu den gewählten Vorstandsmitgliedern sowie Porträts sind auf www.lisl-bayern.de abrufbar.

Die Liberalen Schwulen und Lesben Bayern konnten bereits auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken. Sowohl die Mitgliederzahl als auch die Präsenz vor Ort sind seit der Gründung in 2011 stetig ausgebaut worden, betonte die Landesvorsitzende Charlena WIRTH, die zudem auf ein sehr aktives Wirken in der schwullesbischen Szene u.a. durch Beteiligung am Aktionsbündnis und der Koordinierungsstelle der Landeshauptstadt München verweisen konnte.

WIRTH wandte sich auch an die Freidemokraten: „LiSL bedankt sich bei der FDP für das bisher Erreichte, insbesondere für die rechtlichen Angleichungen im Beamtenrecht, bei Erbschaft- und Grunderwerbsteuer sowie bei der BaFöG-Reform.“ Wirth ergänzte, der Landesverband freue sich über die eingeleitete Errichtung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und werte den Antrag der FDP-Stadtratsfraktion, die Landeshauptstadt München möge bereits aktiv mit der Bundesstiftung zusammenarbeiten als wichtigen Schritt zu mehr Akzeptanz und Normalisierung im Umgang mit Homosexualität in der Gesellschaft.

Der ebenfalls anwesende Stadtrat Dr. Michael MATTAR (FDP) dankte ausdrücklich dem Landesvorstand, vorneweg der Landesvorsitzenden WIRTH für ihren tatkräftigen Einsatz sowohl für Schwule als auch für Lesben und freute sich auf eine weiter gute Zusammenarbeit in der neuen Amtszeit.

WIRTH rief alle liberal denkenden Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung auf, den Verein „Liberale Schwule und Lesben“, aktiv zu unterstützen und Mitglied zu werden. Die Hauptaufgaben des neuen Landesvorstands sieht WIRTH im weiteren Wachstum im Hinblick auf Mitglieder und dem Ausbau der Programmatik.

Für eine deutliche Programmatik legte die Mitgliederversammlung mit dem Beschluss, dass die bayerischen Lehrplänen bis September 2014 dahingehend überarbeitet werden sollen, auch den ersten Grundstein. Lebenspartnerschaften (sog. Homo-Ehen) sollen darin endlich als vollwertige Lebensgestaltung dargestellt werden. „Förderung statt Diskriminierung muss auch für die bayerischen Lehrpläne gelten“, hob WIRTH das Leitmotiv des Antrags hervor.

Desweiteren fordern die lesbischen und schwulen Liberalen, dass Lehrkräfte didaktische und pädagogische Leitlinien an die Hand bekommen, um in den Themenbereichen „Lesbische und schwule Lebenswelt“, „Coming-Out“, „Transsexualität“, „Diskriminierung“, „Lebenspartnerschaft“ bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen mehr Kompetenz zu erreichen. Gleichermaßen sollen im Freistaat tätige Erzieher und Kinderpfleger geschult werden und auch Mitarbeiter in kommunalen Behörden (Jugendämter) entsprechende Fortbildungsangebote erhalten.

Aus Sicht WIRTHs gibt es im pädagogischen Bereich noch großen und dringenden Nachholbedarf: „Hier gilt es anzupacken, um gerade die jungen Schwulen und Lesben die notwendige Hilfestellung zu geben. Denn noch immer gibt es viel zu viele von ihnen, die sich nicht mehr zu helfen wissen und den Freitod als einzigen Ausweg sehen.“