Ganz Bayern Entwicklungsgebiet

LiSL Bayern sieht für das gesamte Bundesland Handlungsbedarf, um jungen Lesben, Schwulen und Transgender adäquate Hilfe bieten zu können.

Die Münchner Studie „Da bleibt noch viel zu tun…!“ ist für die Liberalen Schwulen und Lesben Bayern (LiSL Bayern) ein deutliches Alarmzeichen. „Das Ergebnis der Befragung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe zur Situation von lesbischen, schwulen und transgender Kindern, Jugendlichen und Eltern in München ist erschreckend“, so Charlena Wirth, Vorsitzende der LiSL Bayern.

Für Wirth liegt auf der Hand, dass es von städtischer Seite das Fachpersonal besser gefördert und fortgebildet werden muss: „Wenn über zwei Drittel der 800 Befragten angeben, dass es keine Fortbildungsangebote für sie in Bezug auf den Umgang und die Hilfe für junge Lesben, Schwule und Transgender sowie in nur 13,4 Prozent der Fälle ein Aufklärungsangebot für Jugendliche gibt, dann ist das ein Armutszeugnis. Hier sind die Verantwortlichen bei den öffentlichen Trägern in die Pflicht zu nehmen, diesen Mangel abzustellen. Gleiches gilt für das fehlende Aufklärungsangebot, das noch viel leichter umgesetzt werden kann.“

Auch sieht die LiSL-Bayern Chefin das aus einer bayernweiten Perspektive: „Wenn schon das weltoffene und bunte München als belastend für lesbische, schwule und transgender Jugendliche gelten muss, dann kann sich die Situation in den anderen bayerischen Ballungsgebieten sowie im ländlichen Raum nur katastrophal darstellen. Ganz Bayern ist ein Entwicklungsgebiet in diesem Bereich.“ Wirth sieht hier auch die Staatsregierung in die Pflicht genommen: „Vor allem braucht es ein Programm zur gezielten Fortbildung für Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe. Daher fordern wir die Landesregierung auf, nicht nur die Fachleute der Kinder- und Jugendhilfe landesweit zu befragen, sondern ihnen auch die entsprechenden Kompetenzen an die Hand zu geben, um die lesbischen, schwulen und transgender Jugendlichen entsprechend unterstützen zu können.“