RON WILLIAMS im GESPRÄCH mit LiSL Bayern

RON WILLIAMS: Interview am 15. April 2017 vor der Show „MOTOWN“ im Prinzregententheater mit Uwe Tomas von LiSL Bayern für facebook/ LiSL Bayern, LiSL Deutschland und die websites www.lisl-bayern.de  und www.lisl-deutschland.de.

18:00 Uhr im Restaurant Prinzipal, Ron wartet schon an einem ruhigen Ecktisch auf mich, wir freuen uns über das Wiedersehen nach fast 2 Jahren. Bei Abi Ofarim in seinem Verein „Kinder von gestern“, www.kvg-ev.de ,haben wir uns kennengelernt. Er hat damals eine Gala zu Gunsten des Vereins vorbereitet, an der auch Katja Ebstein, Claudia Sommer und Alexander Mazza beteiligt waren.

Claudia Sommer mit Uwe Tomas 2017 auf Schloss Elmau

Uwe Tomas am LiSL-Bayern

Ich erzähle Ron von meinen Aufgaben bei LiSL Bayern und meiner Arbeit als Vorstand für Presse und Öffentlichkeitsarbeit.

 

.

Alexander Mazza mit Uwe Tomas (2015), Bild oben, Ruth Megary mit Abi Ofarim und Uwe Tomas (2015), Bild unten.

Katja Ebstein mit Uwe Tomas

 

Aber schon erregt er sich über die Schließung der privaten Universität des US-Milliardärs Soros in Budapest. Wirklich ein Skandal und ein massiver Eingriff in die freie Bildung. Vor 3 Wochen habe ich mich selbst in Budapest umgesehen, war am Nationalfeiertag beim Parlament, habe das Defilée zu Ehren Orbans gesehen. Leider war für ein Gespräch das Helsinki Komitee nicht verfügbar, zu gerne hätte LiSL Bayern Kontakt aufgenommen um sich über die Situation der Flüchtlinge zu informieren.

Unser Budapestbesuch 2017 im März, im Hintergrund die Fischerbastei.

 

Ron kam 1961 als GI nach Deutschland ist bis heute geblieben. Es war Neugier, warum er sich für Deutschland entschieden hat. Bereits während seiner High School Zeit hat er sich für deutsche Geschichte interessiert, sogar eine Arbeit über Friedrich den Großen geschrieben. Was ist seit Friedrichs Zeit alles geschehen?

 

Rons Vater war 1931/ 1932 als Künstler in Berlin, klassisches Gesangsfach, und hat Ron viel über das Land erzählt, von der großartigen Kultur, den Schriftstellern, Musikern und Philosophen wie Goethe, Mozart und Nitzsche. Bis 1935. Was dann kam, war unvorstellbar. Ron wollte sehen, wie die Deutschen nach 1945, als sie dem braunen Sumpf entstiegen sind, mit ihrer Vergangenheit umgehen, was sich entwickeln wird. Und er hat sich hier bis heute sehr wohl gefühlt, sich künstlerisch und sozial engagiert und so viel für das Land getan, daß ihn Bundespräsident Horst Köhler 2004 mit dem Verdienstkreuz am Bande für seinen Einsatz gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und für mehr Menschlichkeit ausgezeichnet hat.

 

Am 2. Februar wurde Ron 76 Jahre alt, kaum zu glauben, aber er stellt manch Zwanzigjährigen in den Schatten mit seinem Temperament und seiner Bühnenpräsens. Den Geburtstag hat er ruhig mit seiner Familie, 2 Kinder, 2 Frauen, ein Enkelkind, begangen. Noch immer ist der Kontakt zu seiner ersten Frau Barbara, der Tochter des großen Sängers Fritz Wunderlich, sehr eng. Seine Tochter Ariane Roth ist Sängerin und Sprach-und Gesangslehrerin, www.ariane-roth.de, sein Sohn Julian ist Singer/ Songwriter, www.julianwilliams.de .Seine jetzige Lebensgefährtin, Gloria Opida, kommt von den Philippinen und lebt mit Ron seit 21 Jahren in München zusammen.

 

Zu Donald Trump befragt, eine klare Antwort von Ron: „He is not my president“.

 

Trump solle sich endlich wie ein Erwachsener benehmen, er solle Vernunft bei seinen Entscheidungen zeigen und endlich lesen lernen, ja es gäbe Gerüchte, er könne nicht mal richtig lesen………, einfach reich sein, genügt nicht, und auch das ist ja fraglich, ist er wirklich so vermögend?

 

Da tut sich auch die Generalkonsulin von München, Jen Gavito,  schwer. Bei unserem letzten Treffen beim liberalen Lunch mit Hildebrecht Braun hatte sie sichtlich Probleme, „Trump zu erklären“. Als Diplomatin ist es ihre Aufgabe zu vermitteln, unpolitisch zu sein, nicht zu werten und jegliche Politik ihres „Chefs“  den Menschen näher zu bringen.

Jen Gavito, Münchens US-Generalkonsulin, mit Uwe Tomas 2017 bei einer Diskussionsrunde

 

U.T.: Du bist am 2. Februar 76 Jahre alt geworden. Das ist unglaublich! Du siehst super aus und auf der Bühne stiehlst Du manchem Zwanzigjährigen die Show mit Deinem Temperament. Wie machst Du das?

 

 

R.W.: Seit den 70-er Jahren meditiere ich. Wenn mir Menschen nicht zusagen, dann gehe ich ihnen aus dem Weg, es ist nicht gut, Leute zu ertragen nur aus Höflichkeit. Auch die Ernährung spielt eine große Rolle, ich esse kaum Fleisch, und wenn dann beste Bioqualität von Herrmannsdorfer, www.herrmannsdorfer.de . In meiner Branche wird auch gerne getrunken, da muß ich schon aufpassen, daß ich mich nicht zu oft verführen lasse.

 

 

 

U.T.: Mit 19 Jahren kamst Du als GI nach Stuttgart, wo Du zum ersten afroamerikanischen Nachrichtensprecher ausgebildet wurdest. Dein erster Auftritt als Sänger war 1962 beim Horst-Jankowski-Jazz Chor. Du bist nach Deiner Militärzeit in Deutschland geblieben. Warum?

 

 

R.W.: Das war die Neugierde auf dieses Land, von dem mir mein Vater viel erzählt hatte.

 

 

U.T.: All Deine künstlerischen Stationen hier zu beschreiben wäre mehr als Abend füllend, hier nur eine kleine Auswahl: Du warst Mitglied des Stuttgarter „Renitenztheaters“,  hattest Gastspiele bei den Berliner „Stachelschweinen“, TV-Auftritte bei „Kinder des Olymp“ (ZDF 1966), warst Mitglied des Ensembles von „Hair“ (1968-1969) zusammen mit Donna Summer, die auch Deine Freundin war. Leider ist sie schon 2012 verstorben. In den 70-er Jahren folgten Theatertourneen durch England und Wales. Wir kennen Dich von vielen Shows wie „ D-Mark, D-Mark über alles“(1978), „Harlem Story“ (1985, WDR/ARD), „Musik Szene“ (ORF/ WDR/  ARD) und „Ron Abend“ als Kabarettist, Sänger und Moderator. Alles in allem hattest Du 800 TV-Gastauftritte und 300 eigene Sendungen im deutschsprachigen Raum.

 

Fühlst Du Dich hier zu Hause?

 

 

R.W.: Erst noch ein paar Worte zu Donna Summer. Sie war ein wunderbarer Mensch und eine großartige Sängerin. Ich denke gerne an die gemeinsame Zeit zurück und freue mich, daß mich ihre Tochter angesprochen hat, in einem Film über Donna mitzuwirken, der in München gedreht werden soll. Eine Hommage an Donna!

 

So wie man sich als Amerikaner in Europa und Deutschland wohlfühlen kann. Ich habe die amerikanische Staatsbürgerschaft, bin aber nur 1 Mal im Jahr in den USA.

 

 

 

U.T.: Dein soziales Engagement ist bekannt: ich selbst habe Dich bei Abi Ofarim im Jugendzentrum für Senioren, kennengelernt als Ihr gerade die Gala 2015 im Künstlerhaus für Abis Verein „Kinder von gestern“, www.kvg-ev.de , vorbereitet habt. Wofür setzt Du Dich noch ein?

 

 

R.W.: Die KinderKulturKarawne, www.kinderkulturkarawane.de . Strassenkinder, Kinderarbeiter, Kinder auf der Flucht und Kinderprostituierte erzählen während eines 5-wöchigen Aufenthaltes in Deutschland aus ihrem Leben, zeigen ihre Talente und werden durch uns unterstützt. Aber sie müssen zurück in ihre Heimat. Schauen Sie sich die website an. Und natürlich meine Patenschaft bei „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Hier ein Auszug:

Ich unterstütze Schule ohne Rassismus, 
weil ich selbst die Erfahrung von Ausgrenzung und Rassismus als junger Mensch machen musste und weiss, welche Narben das hinterlassen kann.

aus der website: www.schule-ohne-rassismus.org

Ich unterstütze Schule ohne Rassismus, 
weil ich selbst die Erfahrung von Ausgrenzung und Rassismus als junger Mensch machen musste und weiss, welche Narben das hinterlassen kann.

Williams, Ron; Schauspieler, Sänger, Kabarettist und Moderator,

seit dem 22.11.2008 Pate des Albert-Einstein-Gymnasiums in Frankenthal, Rheinland-Pfalz und seit dem 11.07.2013 Pate des Augustinus-Gymnasiums Weiden, Bayern

 

 

Kennst Du Rosa Louise Parks? Sie war eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin. Die Afroamerikanerin wurde am 1. Dezember 1955 in Montgomery, Alabama verhaftet, weil sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen.( Wikipedia). Das stelle ich mir unter Zivilcourage vor und wir brauchen auch heute mehr solche Menschen. Damit begann der eigentliche Kampf um die Bürgerrechte für Schwarze in den USA, den dann Martin Luther King fortführte.

 

U.T.: 2004 hast vom Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Horst Köhler, das Verdienstkreuz am Bande für Deinen Einsatz gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und für mehr Menschlichkeit erhalten. Wie gehst Du mit dieser großen Ehre um?

 

 

R.W.: Es war eine wirklich große Ehre für mich als Amerikaner diese Auszeichnung zu erhalten.

Ron Williams im Gespräch mit Uwe Tomas am 15. April 2017.

 

U.T.: Berührungsängste mit Schwulen hast Du wohl nicht, Du sitzt mit mir hier beim Gespräch, ohne Angst und Vorbehalte. Deine Filmrolle in Ralf Königs Komödie „Kondom des Grauens“ spricht für Deinen Humor. Kennst Du viele Schwule, beruflich und privat?

 

 

R.W.: Von dem Film hat sich Ralf distanziert, er war zu schlecht umgesetzt, aber die Story, das Buch sind super. Ich arbeite gerne mit Schwulen zusammen, ich habe privat viele schwule Freunde und finde die Zustände in Rußland bedenklich. Da wurde das Disney Musical „The Beauty and the Beast“ verboten, weil im Stück ein Charakter etwas tuntig beschrieben und dargestellt wird. In Rußland ist die Darstellung von homosexuellen Inhalten, deren Verbreitung und Ausführung strafbar, aber in einem Musical……da fragt man sich schon.

 

 

U.T.: Deine Show „Motown“(seit 11. April bis heute) im Prinzregententheater ist ein ganz großes Spektakel mit einem Hitfeuerwerk. Ich habe die Premiere am Mittwoch gesehen und mich hat schon nach 5 Minuten nichts mehr auf dem Sessel gehalten und auch die meisten aus dem Publikum haben fast 2 Stunden gestanden und getanzt. Sehen wir Dich nächstes Jahr wieder mit dieser bravourösen Show?

 

 

R.W.: Es wird noch weitere Produktionen  von Klaus Gassmann mit mir geben, näheres dazu auf www.ron-williams.de , www.sweetsoulmusicrevue.com . Hier in München findet am 9. Juni 2017 um 20:00 Uhr im Schloß Unterschleißheim im Festsaal die Show „The Queens of Soul“ statt, Tickets unter www.muenchenticket.de .

Unser erstes Treffen bei Abi Ofarim 2015.

 

U.T.: Dein politischen Interesse geht eher Richtung Sozialdemokraten, Du bist mit unseren Alt-OB Christian Ude befreundet und hast ihn bei der Landtagswahl 2012 unterstützt, wie auch Maria Peschek, Lisa Fitz, André Hartmann und viele andere Künstler. Wie stehst Du zu Präsident Trump?

 

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, damals noch im Amt, bei seiner ersten schwulen Trauung als oberster Standesbeamter bei Uwe Tomas und Peter Zimmermanns Verpartnerung 2014 in der Mandlstrasse.

 

 

R.W.: „He is not my president“.

 

 

 

U.T.: Sogar die Generalkonsulin Jen Gavito, die ich vor einigen Wochen treffen durfte, hat sich mit Antworten schwer getan, aber sie ist Diplomatin und muß immer die Politik des jeweiligen Präsidenten tragen und erklären. Kein leichter Stand für die Amerikaner in der Welt. Was wünscht Du Dir von der amerikanischen Außenpolitik?

 

 

R.W.: Mehr Verantwortung, mehr erwachsenes Benehmen des Präsidenten.

 

 

 

U.T.: Du hast Familie, eine Tochter, die auch in der Musikbranche tätig ist. War das Dein Wunsch oder hast Du Dir eine andere Zukunft für sie gewünscht?

 

R.W.: Sie ist neben ihrer Arbeit als Sängerin auch als Gesangs-und Sprechleherein tätig. Ich bin stolz auf meine Kinder Ariane und Julian!

 

 

U.T.: Du lebst in Deiner Familie „multi kulti“, Deine Frau ist von den Philippinen, wünscht Du Dir, daß Europa weiter zusammenrückt und politisch und wirtschaftlich ein Gegengewicht zu den USA und China bildet? „Pulse of Europe“ setzt sich seit Wochen öffentlich dafür ein. Bist Du Europäer im Herzen?

 

 

R.W.: Ich bin Amerikaner, der gerne in Europa lebt.

 

 

U.T.: Menschenrechte und Gleichstellungsrechte für Homosexuelle sind immer wieder gefährdet, man muß gar nicht mehr weit schauen. Ungarn, Rußland und Polen verhalten sich sowohl Flüchtlingen als auch Homosexuellen gegenüber menschenverachtend. Was kann man von hier aus tun?

 

 

R.W.: Weiter über Missstände berichten, weiter für Gleichberechtigung kämpfen und demokratische Parteien wählen.

 

 

U.T.: Vielen Dank für das Gespräch, ich wünsche Dir im Namen von LiSL Bayern eine tolle Show heute Abend und weiter alles Gute für Dich und Deine Familie.